Porträt
Der Rotschwanzkärpfling, auch Banderolenkärpfling genannt, gehört zu den Hochlandkärpflingen, der Familie Goodeidae, und stammt aus dem Westen Zentralmexikos. Sein Verbreitungsgebiet umfasst das Einzugsgebiet des Río Grande de Santiago und Gewässer bei Compostela im Bundesstaat Nayarit; ob einige Populationen weiter südlich dazugehören, ist ungeklärt. Zwei Bestände, die früher zu ihm gezählt wurden, beschrieb man 2016 als eigene Arten. Er bewohnt Quellen, Tümpel, Seen, Bäche und Flüsse, bevorzugt seichtes Wasser mit wenig Pflanzenwuchs und kommt vom klaren Gebirgsbach bis zum verschmutzten Straßengraben vor. Der Artname ehrt den Sammler Gustav Eisen.
Der Körper ist hochrückig, der Schwanzstiel recht lang, und mit dem Alter wächst den Männchen hinter dem Kopf ein zunehmend größerer Buckel. Namensgebend ist der rotorange Schwanz samt Schwanzwurzel, den ausschließlich die Männchen tragen. Oberseite und Kopf sind olivbraun bis dunkel, ein breites, verschwommenes blauschwarzes Band zieht vom Kiemendeckel zum Schwanz, verblasst aber in der Körpermitte beinahe ganz. Kehle und Bauch sind gelblich bis weißlich. Weibchen sind schlichter gefärbt und fallen etwas größer aus. Statt eines Gonopodiums besitzen die Männchen eine eingekerbte Afterflosse, das Andropodium, auf das der englische Name Splitfin zurückgeht. Da sich die Partner in der Natur bevorzugt nach ähnlicher Körpergröße wählen, unterscheiden sich die Geschlechter in der Größe kaum.
Im Aquarium ist der Rotschwanzkärpfling ausgesprochen robust und anpassungsfähig, verträgt eine breite Temperaturspanne und bevorzugt hartes, basisches Wasser. Ein dicht bepflanztes Becken mit dunklem Bodengrund bringt seine Farben am besten zur Geltung. Sein Verhalten gegenüber anderen Fischen lässt sich allerdings kaum vorhersagen: Manche Tiere bleiben friedlich, andere zupfen Flossen oder greifen Mitbewohner an, besonders Welse. Eine zu einseitige Ernährung soll diese Neigung fördern, die Haltung in einer Gruppe sie abschwächen. Wegen dieser Unberechenbarkeit pflegt man ihn am besten im Artbecken.
Beim Futter ist er anspruchslos, benötigt aber einen pflanzlichen Anteil. Die Fortpflanzung unterscheidet sich von der bei Guppy und Platy: Weibchen speichern keinen Samen und müssen vor jedem Wurf neu begattet werden, einen Trächtigkeitsfleck zeigen sie nicht. Die Embryonen werden über Trophotaenien versorgt, bandförmige Anhänge, die ähnlich wie eine Nabelschnur arbeiten; Reste davon hängen den Neugeborenen manchmal noch einige Tage an. Nach rund zwei Monaten bringt ein Weibchen einige Dutzend große Junge zur Welt, die sofort dasselbe Futter fressen wie die Eltern und von diesen nur selten gejagt werden. In Verhaltensversuchen erlagen die Fische der Ebbinghaus-Täuschung, bei der gleich große Kreise je nach Umgebung größer oder kleiner wirken, und zwar ebenso wie Menschen.
Steckbrief
- Endgröße
- 6–7 cm
- Mindestbecken
- ab 120 l
- Temperatur
- 15–30 °C
- pH-Wert
- 6,0–8,0
- Gesamthärte
- 10–20 °dGH
- Anspruch
- Erfahren
- Haltung
- Gruppe ab 6
- Fischgruppe
- Lebendgebärende
Herkunft
Mittel- & Nordamerika – Hartes, oft alkalisches Wasser. Heimat der Lebendgebärenden und der kräftigen, revierbildenden Buntbarsche.
Die Markierung zeigt die ungefähre Herkunftsregion, nicht das genaue Verbreitungsgebiet der Art. Kartenumrisse: Natural Earth (gemeinfrei).
Bemerkung
Goodeide mit großen, voll entwickelten Jungen; sehr robust, aber im Verhalten unberechenbar.
Passt gut zusammen mit
Am besten im Artbecken – manche Tiere zupfen Flossen oder greifen Mitbewohner an, besonders Welse.
Vorschläge nach Herkunft, Wasserwerten, Größe und Verhalten. Vor dem Kauf im Fachhandel prüfen – einzelne Tiere können sich anders verhalten.
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Quelle: zierfischatlas.de/arten/rotschwanzkaerpfling · Stand: 19. September 2026