Gesamthärte (GH)
Die Gesamthärte gibt an, wie viel Calcium und Magnesium im Wasser gelöst ist. In der Aquaristik wird sie meist in Grad deutscher Härte angegeben, kurz °dGH oder °dH. Ein Grad entspricht rund 10 Milligramm Calciumoxid pro Liter; in anderen Ländern und auf englischen Seiten steht oft die Angabe in ppm oder mg/l Calciumcarbonat, dort entspricht ein Grad etwa 17,8 ppm.
Die Wasserversorger in Deutschland ordnen ihr Wasser in drei Härtebereiche ein: weich bis 8,4 °dH, mittel von 8,4 bis 14 °dH und hart über 14 °dH. Fische aus Schwarzwasserflüssen Südamerikas oder aus asiatischen Torfsümpfen kommen aus sehr weichem Wasser, Buntbarsche aus dem Malawi- und Tanganjikasee aus ausgesprochen hartem.
Karbonathärte (KH)
Die Karbonathärte misst den Gehalt an Hydrogencarbonat. Für das Aquarium ist sie vor allem als Puffer wichtig: Sie fängt Säuren ab, die im Becken ständig entstehen, und hält so den pH-Wert stabil. Ist die KH sehr niedrig, kann der pH-Wert innerhalb kurzer Zeit stark abfallen – Aquarianer sprechen dann von einem Säuresturz, der für Fische gefährlich ist.
Meist ist die KH etwas niedriger als die GH. In Wasser aus Kalkgebieten liegen beide Werte oft nah beieinander.
pH-Wert
Der pH-Wert beschreibt, ob Wasser sauer (unter 7), neutral (7) oder basisch beziehungsweise alkalisch (über 7) ist. Die Skala ist logarithmisch: Wasser mit pH 6 ist zehnmal saurer als Wasser mit pH 7. Schon ein ganzer pH-Schritt ist für Fische also eine große Veränderung.
Im Aquarium hängt der pH-Wert eng mit der Karbonathärte und dem Kohlendioxid im Wasser zusammen. Viel Kohlendioxid senkt ihn, zum Beispiel nachts oder bei einer CO₂-Düngung für Pflanzen; viel Karbonathärte hält ihn eher hoch und stabil. Deshalb schwankt der pH-Wert im Tagesverlauf oft etwas.
Deine Werte herausfinden
- Leitungswasser: Dein Wasserversorger veröffentlicht die Werte, meist auf seiner Website unter „Trinkwasseranalyse“ oder „Wasserhärte“. Die Gesamthärte steht fast immer dabei, oft auch pH-Wert und Karbonathärte.
- Aquarienwasser: Im Becken verändern sich die Werte gegenüber dem Leitungswasser. Tropftests aus dem Zoofachhandel sind genauer als Teststreifen.
Mit deinen Leitungswasserwerten kannst du auf der Startseite im Filter „Mein Leitungswasser“ direkt sehen, welche Arten dazu passen.
Werte anpassen – oder passende Fische wählen
Weicheres Wasser erhältst du, indem du Leitungswasser mit Osmosewasser mischst, das mit einer Umkehrosmoseanlage nahezu entsalzt wurde. Torf, Erlenzapfen oder Seemandelbaumblätter senken den pH-Wert leicht, aber nur, wenn die Karbonathärte gering ist. Härter wird das Wasser mit Aufhärtesalzen aus dem Handel; für Buntbarsche aus den ostafrikanischen Seen eignet sich auch kalkhaltiges Dekomaterial.
Einfacher ist meist der umgekehrte Weg: Wähle Arten, die zu deinem Wasser passen. Die meisten Nachzuchten aus dem Handel kommen mit mittelhartem Leitungswasser gut zurecht. Wichtiger als ein bestimmter Wert ist ohnehin, dass er stabil bleibt – ändere Wasserwerte immer langsam und halte beim Wasserwechsel das neue Wasser ähnlich wie das alte.