Porträt
Der Achtbinden-Buntbarsch, auch Schwarzgebänderter Buntbarsch genannt, lebt auf der atlantischen Seite Mittelamerikas in Mexiko, Belize, Guatemala und Honduras. Sein Gebiet reicht vom Río Actopan im mexikanischen Bundesstaat Veracruz bis zu den Flüssen Motagua, Chamelecón und Ulúa im Westen von Honduras. Er gilt als anpassungsfähiger Generalist, der vor allem Küstengewässer und langsam fließende Unterläufe bewohnt, aber auch in Sümpfen, Kanälen, Entwässerungsgräben, Seen und Teichen auftaucht. Oft ist das Wasser warm und trüb, der Grund schlammig oder sandig, stellenweise leben die Fische sogar zwischen Mangroven. Ausgesetzte Tiere haben sich in den USA, Russland, Australien und Thailand angesiedelt.
Jungtiere sind hellgrau bis bräunlich mit schwachen türkisfarbenen Pünktchen. Mit dem Alter dunkelt der Körper zu einem purpurnen Grau oder Dunkelblau nach, und auf Kopf, Flanken und Flossen leuchten blaue, grüne und goldene Flecken. Die dunklen Querbinden, auf die der Name anspielt, verblassen bei älteren Tieren. Männchen haben lang ausgezogene, spitze Rücken- und Afterflossen. Unter Stress und in Brutstimmung werden beide Geschlechter fast schwarz. Die blaue Zuchtform „Electric Blue“ geht vermutlich auf eine natürliche Mutation zurück, bleibt kleiner und gilt als empfindlicher.
Im Aquarium gilt er als ruppig, wirkt aber oft auch scheu und zieht sich gern in Höhlen zurück. Häufig besetzt er zuerst eine Höhle und verteidigt deren Umgebung heftig gegen Mitbewohner, zur Laichzeit wird er ausgesprochen aggressiv. Junge Artgenossen vertragen sich, geraten aber mit der Geschlechtsreife aneinander; ein Paar bleibt untereinander meist friedlich, geht jedoch auf andere Artgenossen und ähnlich gebaute Fische los. Mitbewohner müssen zu groß sein, um als Beute zu gelten, und andere Buntbarsche brauchen sehr viel Platz. Empfehlenswert sind weicher Sand, flache Steine als Laichplatz, gedämpftes Licht, Wurzelholz und viele Verstecke; da er gräbt, eignen sich aufgebundene oder schwimmende Pflanzen. Auf schlechte Wasserqualität reagiert er empfindlich und gehört deshalb nie in ein frisch eingerichtetes Becken.
In der Natur frisst er Würmer, Krebstiere, Insekten und kleinere Fische. Im Aquarium bekommt er abwechslungsreich sinkendes Trockenfutter, Wasserflöhe, Mückenlarven und Garnelen. Als Offenbrüter legt das Weibchen einige hundert Eier auf einen flachen Stein oder eine andere harte Fläche. Beide Eltern bewachen Gelege und Jungfische und kauen ihnen sogar Futter vor, fressen die Brut aber mitunter selbst, wenn sie gestört werden. Den englischen Namen „Jack Dempsey“ verdankt er dem Boxweltmeister der 1920er-Jahre, an dessen markante Gesichtszüge und Kampfeslust er erinnern soll. Die Gattung Rocio benannte ihr Beschreiber nach seiner Frau; das spanische Wort bedeutet zugleich Morgentau.
Steckbrief
- Endgröße
- 20–25 cm
- Mindestbecken
- ab 300 l
- Temperatur
- 20–30 °C
- pH-Wert
- 6,5–8,0
- Gesamthärte
- 5–20 °dGH
- Anspruch
- Erfahren
- Haltung
- Paar
- Fischgruppe
- Buntbarsche
Herkunft
Mittel- & Nordamerika – Hartes, oft alkalisches Wasser. Heimat der Lebendgebärenden und der kräftigen, revierbildenden Buntbarsche.
Die Markierung zeigt die ungefähre Herkunftsregion, nicht das genaue Verbreitungsgebiet der Art. Kartenumrisse: Natural Earth (gemeinfrei).
Bemerkung
Revierbildend und zur Laichzeit sehr aggressiv; frisst kleinere Fische. Nur in eingefahrene Becken.
Passt gut zusammen mit
Mitbewohner müssen zu groß sein, um als Beute zu gelten; andere Buntbarsche nur in sehr großen Becken.
Vorschläge nach Herkunft, Wasserwerten, Größe und Verhalten. Vor dem Kauf im Fachhandel prüfen – einzelne Tiere können sich anders verhalten.
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Quelle: zierfischatlas.de/arten/achtbinden-buntbarsch · Stand: 19. September 2026