Porträt
Der Filigran-Regenbogenfisch lebt im Norden Australiens, auf der Kap-York-Halbinsel und im Northern Territory, sowie im Süden Neuguineas zwischen Merauke und dem Fly River, in dessen Einzugsgebiet er weit landeinwärts vorkommt. Er bevorzugt klares Wasser in Sümpfen, Gräben, Billabongs und träge fließenden Bächen mit üppigem Pflanzenwuchs, meist im flachen, dicht bewachsenen Randbereich und oft zwischen Seerosenblättern. Die Bestände der einzelnen Regionen unterscheiden sich in Farbe und Erbgut deutlich; womöglich verbergen sich dahinter mehrere Arten.
Der schlanke, seitlich abgeflachte Körper glänzt metallisch. Berühmt ist die Beflossung der Männchen: Die erste Rückenflosse ist fächerartig, zweite Rückenflosse, Afterflosse und Schwanzflosse laufen in sehr lange, zart gefärbte Fäden aus. Beim Imponieren und Werben spreizen die Männchen dieses Flossenwerk weit auf. Weibchen haben kurze Flossen, sind deutlich blasser und bleiben etwas kleiner.
Der kleine Fisch ist ausgesprochen friedlich und lebt gesellig; gepflegt wird er in einer Gruppe ab sechs Tieren, damit er weniger schreckhaft ist und die Männchen ihr Balzverhalten zeigen. Weibchen und Jungtiere ziehen gemeinsam umher, während laichbereite Männchen im freien Wasser vorübergehend kleine Reviere beanspruchen und miteinander rangeln, meist ohne Schaden. Für ein gewöhnliches Gesellschaftsbecken eignet er sich kaum: Schnellere Fische schnappen ihm das Futter weg, und manche gängigen Arten zupfen an den langen Flossen. Am besten lebt er allein oder mit ruhigen Kleinfischen wie Pseudomugil gertrudae und Tateurndina ocellicauda. Das Becken sollte dicht bepflanzt sein, Schwimmpflanzen und Holz tragen, nur schwach durchströmt und bereits gut eingefahren sein.
Das Maul ist winzig, in der Natur frisst er Plankton, Kieselalgen und kleine Krebstiere. Im Aquarium braucht er entsprechend feines Futter, am besten Lebendfutter wie Artemia-Nauplien, Wasserflöhe oder Mikrowürmer, dazu zerriebenes Trockenfutter. Er streut seine Eier zwischen Schwimmpflanzenwurzeln oder feinblättrige Pflanzen und betreibt keine Brutpflege; Eier und Larven fressen die Eltern gern selbst. Werbende Männchen stellen die erste Rückenflosse immer wieder auf und schnippen mit den Flossenfäden. Gefunden haben sie 1973 zwei Aquarianer, Werner und Frech, auf einem Reisfeld nahe Merauke; Hermann Meinken beschrieb sie 1974 und benannte sie nach Arthur Werner. Sie ist bis heute die einzige Art ihrer Gattung.
Steckbrief
- Endgröße
- 4 cm
- Mindestbecken
- ab 80 l
- Temperatur
- 22–30 °C
- pH-Wert
- 5,0–8,0
- Gesamthärte
- 1–12 °dGH
- Anspruch
- Erfahren
- Haltung
- Gruppe ab 6
- Fischgruppe
- Regenbogenfische
Herkunft
Australien & Neuguinea – Klare, oft neutrale bis leicht alkalische Bäche. Regenbogenfische und Blauaugen, farblich erst als erwachsene Tiere zu erkennen.
Die Markierung zeigt die ungefähre Herkunftsregion, nicht das genaue Verbreitungsgebiet der Art. Kartenumrisse: Natural Earth (gemeinfrei).
Bemerkung
Männchen mit langen Flossenfäden – nie mit Flossenzupfern; winziges Maul, braucht sehr feines Futter.
Passt gut zusammen mit
Frisst langsam und wird leicht verdrängt – am besten allein oder nur mit kleinen, ruhigen Arten.
Vorschläge nach Herkunft, Wasserwerten, Größe und Verhalten. Vor dem Kauf im Fachhandel prüfen – einzelne Tiere können sich anders verhalten.
Im Besatz-Check mit anderen Arten prüfen →
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Quelle: zierfischatlas.de/arten/filigran-regenbogenfisch · Stand: 19. September 2026