Porträt
Die Netzschmerle ist im Einzugsgebiet des Ganges im Norden Indiens verbreitet, möglicherweise auch in Nepal. Benannt ist sie nach dem Distrikt Almora in Uttarakhand, woher das erste beschriebene Tier stammt. Sie ist ein Flussfisch, der sich in Kolken und ruhigeren Abschnitten mit steinigem Grund sammelt. Deutsche Quellen beschreiben, dass Jungtiere in den Unterläufen leben und erwachsene Tiere bis in die Oberläufe der Gebirgsflüsse hinaufziehen; englischsprachige Quellen erwähnen Wanderungen flussaufwärts vor der Laichzeit.
Der Körper ist langgestreckt, und weil die winzigen Schuppen eng anliegen, wirkt die Haut glatt und ledrig. Unter jedem Auge sitzt in einer Hauttasche ein spitzer, gebogener Dorn, der zur Abwehr aufgestellt werden kann. Jungtiere zeigen auf hellem Grund dunkle Binden in Form von „i“ und „y“, aus denen sich mit etwas Fantasie das Wort „yoyo“ lesen lässt – daher ihr englischer Name. Im Alter lösen sich diese Binden zu einer netzartigen Zeichnung auf. Die Geschlechter sind kaum zu unterscheiden, laichreife Weibchen sind etwas fülliger. Wie die echte Botia almorhae lebend genau aussieht, ist übrigens ungeklärt: Im Handel sind unter diesem Namen meist Botia lohachata, bislang unbeschriebene nahe Verwandte oder Kreuzungen zu finden.
Netzschmerlen werden vor allem in der Dämmerung und nachts munter. Sie leben gesellig und bilden eine Rangordnung, in der sich die Tiere persönlich kennen; verständigen können sie sich mit Körperhaltung, Kopfbewegungen und knackenden Lauten. Einzeln oder zu zweit gehalten, werden sie scheu oder zänkisch. Jedes Tier beansprucht einen eigenen Ruheplatz, ohne ein Revier zu verteidigen, und anderen Schmerlen gegenüber sind sie verträglich. Kleine Fische kann ihre Lebhaftigkeit jedoch einschüchtern, und die langen Flossen gemächlicher Arten werden angeknabbert. Als Mitbewohner eignen sich zum Beispiel Schachbrettschmerle, Riesendanio, Siamesische Rüsselbarbe, Denison-Barbe und Odessabarbe. Das Becken braucht Sand oder feinen Kies, glatte Steine, Wurzeln und viele Verstecke ohne scharfe Kanten, dazu sauberes, sauerstoffreiches Wasser mit etwas Strömung. Frisch eingerichtete Becken vertragen die Tiere nicht, und weil sie springen, muss das Aquarium dicht schließen.
Die Nahrung ist überwiegend tierisch: Schnecken, Insekten, Würmer und andere Wirbellose. Sie frisst aber auch Pflanzliches, weiche Wasserpflanzen eingeschlossen. Gefüttert wird abwechslungsreich mit gutem Trockenfutter, Frost- und Lebendfutter sowie Gemüse wie Gurke oder überbrühtem Spinat. Schnecken frisst sie zwar, gegen eine Schneckenplage ist sie aber kein verlässliches Mittel. Nachzuchten im Hobby sind nicht bekannt; für den Handel werden Tiere mit Hormonen vermehrt, wobei auch Mischlinge entstehen. Bei Rangkämpfen verlieren die Kontrahenten vorübergehend einen Großteil ihrer Zeichnung und wirken dann grau.
Steckbrief
- Endgröße
- 14–16 cm
- Mindestbecken
- ab 250 l
- Temperatur
- 19–27 °C
- pH-Wert
- 6,0–7,5
- Gesamthärte
- 2–12 °dGH
- Anspruch
- Erfahren
- Haltung
- Gruppe ab 6
- Fischgruppe
- Schmerlen
Herkunft
Asien – Bäche, Reisfelder und Torfsümpfe Südostasiens, dazu Ostasien. Labyrinthfische, Bärblinge, Barben und Schmerlen.
Die Markierung zeigt die ungefähre Herkunftsregion, nicht das genaue Verbreitungsgebiet der Art. Kartenumrisse: Natural Earth (gemeinfrei).
Bemerkung
Gesellig und dämmerungsaktiv, braucht Höhlen und dichte Abdeckung. Im Handel meist nah verwandte Formen oder Hybriden.
Passt gut zusammen mit
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SchachbrettschmerleBotia striata
Erfahren
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RiesendanioDevario aequipinnatus
Einsteiger
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Siamesische RüsselbarbeCrossocheilus oblongus
Erfahren
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Denison-BarbeSahyadria denisonii
Erfahren
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OdessabarbePethia padamya
Einsteiger
Knabbert an langen Flossen – nicht mit Kampffischen, Guppys oder anderen langsamen, langflossigen Arten.
Vorschläge nach Herkunft, Wasserwerten, Größe und Verhalten. Vor dem Kauf im Fachhandel prüfen – einzelne Tiere können sich anders verhalten.
Im Besatz-Check mit anderen Arten prüfen →
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Quelle: zierfischatlas.de/arten/netzschmerle · Stand: 19. September 2026