Porträt
Der Kap Lopez kommt im Küstentiefland Gabuns vor und reicht bis in die benachbarte Republik Kongo. Beschrieben wurde er nach Tieren vom Kap Lopez nahe der Mündung des Ogooué. Anders als viele Verwandte ist er kein Saisonfisch: Er lebt in dauerhaften Gewässern, vor allem in Sümpfen und kleinen Bächen, die nicht austrocknen.
Das Männchen ist der auffälligere Partner. Es wird etwas größer, trägt eine bunte Zeichnung aus roten Punkten auf bräunlichem Grund und hat eine leierförmige Schwanzflosse mit lang ausgezogenen Spitzen; auch Rücken- und Afterflosse laufen spitz aus. Das Weibchen bleibt kleiner, schlichter bräunlich gefärbt, mit rundlichen Flossen und vollerem Bauch. Unter Aquarianern heißt die Wildform auch „Chocolate“. Daneben gibt es Zuchtformen: Eine goldorange Variante entstand 1952 als spontane Mutation bei einem finnischen Züchter, später kamen weitere hinzu, seit etwa 2022 auch ein Albino. Wildformen werden meist mit Fundort und Sammeljahr gehandelt, damit sich die Linien nicht vermischen.
Im Becken zeigt sich der kleine Killifisch sehr friedlich und eher scheu. Lebhafte Mitbewohner verdrängen ihn leicht vom Futter, deshalb passen nur ruhige Arten, etwa Epiplatys annulatus, Anomalochromis thomasi oder Pelvicachromis taeniatus. Gehalten wird er als ein Männchen mit zwei Weibchen. Ein dunkler Bodengrund, reichlich Pflanzen und Verstecke sowie eine Decke aus Schwimmpflanzen, die das Licht dämpft, sagen ihm zu. Weil er ein ausgezeichneter Springer ist, muss das Becken lückenlos abgedeckt sein.
Natürlich frisst er Würmer, Krebstiere und Insekten. Kleines Lebend- und Frostfutter wie Wasserflöhe oder Mückenlarven mag er am liebsten; Nachzuchten nehmen meist auch gutes Flockenfutter. Zum Laichen dienen feinfiedrige Pflanzen, Moos oder ein Laichmopp. Über etwa zwei Wochen legt das Weibchen täglich einige Eier ab, die gegen Licht empfindlich sind. Reifen können sie entweder in flachem Wasser oder in einer Dose mit feuchtem Torf; die Jungen schlüpfen nach rund zwei bis drei Wochen und fressen gleich frisch geschlüpfte Artemia. Schon 1913 kam die Art lebend nach Europa, 1921 folgte die wissenschaftliche Beschreibung durch Rachow. Seither wird sie ohne Unterbrechung nachgezogen, und im Aquarium werden die Tiere nicht selten älter als drei Jahre.
Steckbrief
- Endgröße
- 6 cm
- Mindestbecken
- ab 54 l
- Temperatur
- 22–26 °C
- pH-Wert
- 5,5–7,0
- Gesamthärte
- 1–10 °dGH
- Anspruch
- Einsteiger
- Haltung
- 1 ♂ / 2 ♀
- Fischgruppe
- Killifische
Herkunft
Afrika · Flüsse & Westafrika – Kongo, Niger und westafrikanische Küstenflüsse: weicheres Wasser als in den Seen, viel Laub und Dämmerlicht.
Die Markierung zeigt die ungefähre Herkunftsregion, nicht das genaue Verbreitungsgebiet der Art. Kartenumrisse: Natural Earth (gemeinfrei).
Bemerkung
Klassischer Einsteiger-Killi, springt gut – Becken dicht abdecken. Neben der Wildform gibt es Zuchtformen wie Gold, Orange und Albino.
Passt gut zusammen mit
-
RingelhechtlingEpiplatys annulatus
Erfahren
-
Schmetterlingsbuntbarsch (Afrika)Anomalochromis thomasi
Einsteiger
-
StreifenprachtbarschPelvicachromis taeniatus
Erfahren
Friedlich und scheu – nur mit ruhigen Mitbewohnern, die ihn nicht vom Futter verdrängen.
Vorschläge nach Herkunft, Wasserwerten, Größe und Verhalten. Vor dem Kauf im Fachhandel prüfen – einzelne Tiere können sich anders verhalten.
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Quelle: zierfischatlas.de/arten/kap-lopez · Stand: 19. September 2026