Porträt
Der Villavicencio-Zwergbuntbarsch besitzt, wie viele Apistogramma, nur ein kleines Verbreitungsgebiet. Bekannt ist er allein aus dem Einzug von Río Guaytiquía und Río Metica im oberen Meta-System Kolumbiens, das zum Orinoco entwässert. Seinen deutschen Namen trägt er nach der Stadt Villavicencio am Fuß der Anden, in deren Umgebung er gefunden wurde. Er lebt dort in sehr flachen Uferzonen über weichem Sand, zwischen Falllaub sowie abgestorbenen Wurzeln und Ästen im Wasser; Jungfische fand man sogar in Wasser von nur ein, zwei Zentimetern Tiefe.
Männchen sind hochrückig, deutlich größer und farbiger als die Weibchen und tragen eine sehr hohe Rückenflosse mit stark verlängerten Flossenhäuten. Die Färbung schwankt erheblich. In der DATZ-Liste der Apistogramma trägt die Art die Nummer A120, eine ähnliche, womöglich gleiche Population die A122. Unter A121 läuft eine rote Zierform. Solche Zuchtlinien sind oft kräftiger gefärbt als Wildtiere, und manche könnten mit Apistogramma viejita gekreuzt sein, weshalb Herkunft und Linie beim Kauf notiert werden sollten. Den Artnamen vergab Sven O. Kullander zu Ehren des Aquarianers Mark McMaster, der ihn 1973 auf die Fische aufmerksam gemacht hatte, als nur Aquarientiere bekannt waren.
Gehalten wird er als Paar oder Harem in einem dicht bepflanzten Becken mit Höhlen aus Steinen, Tonröhren oder Wurzelholz. Ein sandiger Boden, schattige Winkel, getrocknetes Laub, gedämpftes Licht und einige Schwimmpflanzen kommen den Fischen entgegen; die Strömung sollte schwach bleiben, und statt großer Wasserwechsel empfehlen sich eher kleine, regelmäßige. Für Gemeinschaftsbecken sind Nachzuchten die bessere Wahl. Wildfänge hält man besser allein oder nur mit kleinen, friedlichen Beifischen wie Ziersalmlern der Gattung Nannostomus, und nicht zusammen mit anderen Apistogramma. Ruhige Salmler wie Roter Neon oder Roter Phantomsalmler und Oberflächenfische wie der Marmorierte Beilbauch passen ebenfalls.
In der Natur frisst er vor allem Wirbellose, die er vom Boden aufsammelt. Im Aquarium sollte regelmäßig Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Wasserflöhe und Mückenlarven auf dem Speiseplan stehen. Trockenfutter nehmen viele Tiere erst mit der Zeit an, Granulat meist lieber als Flocken. Er ist ein Versteckbrüter: Das Weibchen heftet die Eier an die Decke einer Höhle oder an die Unterseite eines Blattes und kümmert sich allein um Gelege und Jungfische, während das Männchen die Umgebung bewacht. In engen Becken wird das Weibchen dabei sehr angriffslustig, sodass man das Männchen dann besser herausfängt.
Steckbrief
- Endgröße
- 8 cm
- Mindestbecken
- ab 100 l
- Temperatur
- 24–28 °C
- pH-Wert
- 5,5–7,0
- Gesamthärte
- 0–5 °dGH
- Anspruch
- Erfahren
- Haltung
- Paar oder Harem
- Fischgruppe
- Zwergbuntbarsche
Herkunft
Südamerika – Amazonas, Orinoco und Rio Negro: meist weiches, saures, huminstoffreiches Wasser. Die größte Gruppe im Handel — Salmler, Zwergbuntbarsche und Welse.
Die Markierung zeigt die ungefähre Herkunftsregion, nicht das genaue Verbreitungsgebiet der Art. Kartenumrisse: Natural Earth (gemeinfrei).
Bemerkung
Höhlenbrüter; Wildfänge nicht mit anderen Apistogramma halten. Rote Zuchtformen sind womöglich mit A. viejita gekreuzt – Herkunft notieren.
Welche Fische passen zum Villavicencio-Zwergbuntbarsch?
Diese Arten haben wir von Hand geprüft: Sie teilen ähnliche Wasserwerte und vertragen sich nach unseren Angaben mit dem Villavicencio-Zwergbuntbarsch.
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Spitzmaul-ZiersalmlerNannostomus equesgleiche Herkunft · gemeinsam 24–28 °C · pH 5,5–7
Erfahren
- Roter PinselsalmlerNannostomus beckfordigleiche Herkunft · gemeinsam 24–28 °C · pH 5,5–7 Einsteiger
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Roter NeonParacheirodon axelrodigleiche Herkunft · gemeinsam 24–28 °C · pH 5,5–6,5
Erfahren
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Marmorierter BeilbauchCarnegiella strigatagleiche Herkunft · gemeinsam 24–28 °C · pH 5,5–7
Erfahren
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Roter PhantomsalmlerHyphessobrycon sweglesigleiche Herkunft · gemeinsam 24–27 °C · pH 5,5–7
Einsteiger
Nicht geeignet
- Oscar / PfauenaugenbuntbarschRäuber: frisst Fische, die kürzer als etwa ein Drittel seiner Länge (35 cm) sind.
- Schwarzer MesserfischRäuber: frisst Fische, die kürzer als etwa ein Drittel seiner Länge (40 cm) sind.
- Roter PiranhaRäuber: frisst Fische, die kürzer als etwa ein Drittel seiner Länge (30 cm) sind.
Vorschläge nach Herkunft, Wasserwerten, Größe und Verhalten. Vor dem Kauf im Fachhandel prüfen – einzelne Tiere können sich anders verhalten.
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Quelle: zierfischatlas.de/arten/villavicencio-zwergbuntbarsch · Stand: 19. September 2026