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Aquarium einrichten Schritt für Schritt

Vom leeren Glaskasten zum bepflanzten Becken: in welcher Reihenfolge du vorgehst, worauf es beim Standort ankommt und warum danach noch keine Fische einziehen.

Der richtige Platz

Bevor du etwas kaufst, such den Standort aus. Ein Liter Wasser wiegt rund ein Kilogramm, dazu kommen Glas, Kies und Steine – schon ein mittelgroßes Becken bringt so leicht über hundert Kilo auf die Waage. Möbel und Fußboden müssen das tragen, und bei großen Anlagen lohnt ein Blick auf die Statik des Hauses. Ist das Becken erst gefüllt, bewegst du es praktisch nicht mehr.

  • Kein direktes Sonnenlicht: Sonne lässt Algen wuchern und heizt das Wasser auf. Wärmeres Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen.
  • Strom in der Nähe: Filter, Heizer und Lampe brauchen Anschluss. Die Steckdose sollte geerdet und über einen Fehlerstromschutzschalter (FI) abgesichert sein.
  • Gut erreichbar: Du wirst regelmäßig füttern, Wasser wechseln und Pflanzen schneiden. Plane dafür Platz vor und über dem Becken ein.

Becken und Unterbau

Das Becken muss vollkommen eben und stabil stehen, sonst lastet der Druck ungleich auf dem Glas, und eine Scheibe kann reißen.

Bei der Größe gilt: Kleine Becken verzeihen weniger. Das verbreitete 54-Liter-Becken mit 60 Zentimetern Kantenlänge reicht für einige Arten, doch Fehler wie zu viele Fische oder ausgelassene Wasserwechsel schlagen dort schnell durch. Ab etwa 100 Litern wird die Pflege für Einsteiger deutlich entspannter. Welche Fische zu welcher Größe passen, zeigen unsere Besatzvorschläge nach Beckengröße.

Bodengrund

Üblich ist Quarzkies oder Quarzsand, weil er die Wasserwerte nicht verändert. Kalkhaltiges Material dagegen härtet das Wasser auf – erwünscht nur bei Buntbarschen aus den ostafrikanischen Seen, wie im Ratgeber Wasserwerte verstehen beschrieben. Spüle Kies und Sand vorher gründlich aus, sonst trübt Staub das Wasser und setzt den Filter zu.

  • Körnung: Rund geschliffene Körner schonen die Barteln von Welsen und Schmerlen. Bei zu grobem Kies rutschen Futterreste in die Lücken und faulen dort.
  • Sand brauchen Arten, die gern wühlen oder sich eingraben. Er sollte ebenfalls abgerundet sein.
  • Gefälle: Hinten etwas höher aufschütten als vorn. Dann sammeln sich Reste vorn, wo du sie leicht absaugen kannst.
  • Soil ist gebrannte, vorgedüngte Erde für stark bepflanzte Becken. Er senkt den pH-Wert leicht, das solltest du bei der Artenwahl bedenken.

Technik

  • Filter: Er hält das Wasser klar, vor allem aber lebt darin der größte Teil der Bakterien, die Ausscheidungen abbauen. Innenfilter genügen für kleinere Becken, bei größeren sind Außenfilter verbreitet.
  • Heizer: Tropische Arten brauchen einen Heizstab mit Thermostat. Ein eigenes Thermometer im Becken zeigt dir, ob er richtig arbeitet.
  • Beleuchtung: Fische brauchen einen festen Wechsel von Tag und Nacht, Pflanzen je nach Art etwa 8 bis 12 Stunden Licht. Eine Zeitschaltuhr erledigt das zuverlässig. Eine Abdeckung verringert außerdem die Verdunstung.

Schließ die Geräte erst an, wenn Wasser im Becken steht. Das Glasrohr eines Heizstabs kann ohne umgebendes Wasser überhitzen und springen.

Steine, Holz und Pflanzen

Große Steine und Wurzeln setzt du ins leere Becken, solange du noch gut hantieren kannst. Sie sind mehr als Schmuck: Höhlenbrüter legen ihre Eier in Höhlen, viele Welse raspeln an Holz, und revierbildende Arten brauchen Sichtschutz als Grenze. Achte darauf, dass nichts Schadstoffe oder Kalk ins Wasser abgibt.

Danach kommen die Pflanzen, und zwar reichlich. Schnell wachsende Arten wie Indischer Wasserfreund, Wasserstern oder Dichtblättrige Wasserpest nehmen in der Anfangszeit Nährstoffe auf, die sonst Algen nutzen würden. Javafarn wird nicht eingepflanzt, sondern auf Holz oder Stein gebunden. Viele Pflanzen im Handel wurden über Wasser gezogen und brauchen ein paar Tage, bis sie sich umgestellt haben.

Wasser einfüllen

Für die meisten Becken genügt Leitungswasser. Wasserwerke können Trinkwasser nach der Aufbereitung mit Chlor versetzen, damit sich im Leitungsnetz keine Keime vermehren – Chlor schadet aber Fischen und auch den nützlichen Bakterien. Ob dein Wasser gechlort wird, erfährst du bei deinem Wasserversorger. Viele Aquarianer geben ohnehin einen Wasseraufbereiter dazu, der Chlor unschädlich macht und Schwermetalle bindet.

Ist das Becken voll, schaltest du Filter, Heizer und Licht ein.

Und dann: Geduld

Jetzt sieht alles fertig aus, doch die Bakterien im Filter fehlen noch. Erst nach einigen Wochen ist das Becken bereit für Fische – wie das abläuft, erklärt der Ratgeber Aquarium einfahren. Die Wartezeit ist ideal, um den Besatz zu planen: Hilfe dazu gibt der Ratgeber Besatz planen, und im Besatz-Check prüfst du, ob deine Wunscharten zusammenpassen.

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