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Algen im Aquarium

Ein wenig Grün auf Steinen und Scheiben gehört dazu. Wann Algen zum Problem werden, welche Formen du im Becken antriffst und was wirklich dagegen hilft.

Warum Algen wachsen

Algen gelangen in jedes Aquarium. Ihre winzigen Sporen reisen mit neuen Fischen, Pflanzen und sogar mit dem Wasser beim Wasserwechsel ein. Ein dünner Belag auf Steinen und Holz, der Aufwuchs, ist deshalb kein Fehler, sondern Teil eines lebendigen Beckens.

Zur Plage werden Algen, wenn das Gleichgewicht kippt: viel Licht und reichlich Nährstoffe, aber zu wenige Pflanzen, die diese Nährstoffe verbrauchen. Algen reagieren darauf schneller als jede Wasserpflanze. Besonders anfällig sind frisch eingerichtete Becken, in denen die Pflanzen noch nicht richtig angewachsen sind und die Bakterien im Filter erst heranwachsen. Vermehren sich Algen explosionsartig, ist das oft ein Zeichen, dass der Abbau der Ausscheidungen noch nicht rund läuft.

Die häufigsten Algen

  • Kieselalgen (Braunbelag): ein schmieriger, bräunlicher Film auf Steinen, Wurzeln und Blättern. Er zeigt sich vor allem, wenn das Becken zu schwach beleuchtet ist, und geht zurück, sobald das Licht passt.
  • Grünalgen: hell- bis sattgrün, je nach Art als Watte, Fäden oder Büschel. Sie brauchen ähnliche Bedingungen wie Pflanzen und lassen sich meist mit den Fingern oder einer Pinzette herausziehen.
  • Fadenalgen: eine Form der Grünalgen, die gern in der Einlaufzeit auftaucht. Sammelst du sie täglich ab, verschwinden sie meist von selbst wieder.
  • Pinselalgen und Bartalgen: dunkle Büschel in schmutzigem Grün bis Schwarz. Botanisch gehören sie zu den Rotalgen – ihre rote Farbe kommt erst zum Vorschein, wenn man sie in Alkohol legt.
  • Schwebealgen: Sie färben das ganze Wasser grünlich trüb. Hinter einer solchen Algenblüte steckt meist ein Überschuss an Nährstoffen, vor allem Phosphat.

„Blaualgen“ sind keine Algen

Was Aquarianer Blaualgen nennen, sind in Wahrheit Cyanobakterien. Sie bilden schmierige Überzüge, meist blaugrün, manchmal auch bräunlich oder dunkel purpurn, und legen sich über Steine und Pflanzen. Besonders in neuen Becken breiten sie sich schnell aus und können frisch gesetzte Pflanzen regelrecht zudecken.

Absaugen oder abwischen hilft, reicht aber selten: Schon aus kleinen Resten wachsen sie nach. In hartnäckigen Fällen kann ein großer Wasserwechsel von etwa der Hälfte des Beckens helfen, gefolgt von einer Dunkelphase: mehrere Tage ohne Licht und mit abgedecktem Glas.

Was wirklich hilft

  • Licht begrenzen: Eine Zeitschaltuhr sorgt für feste Beleuchtungszeiten, und direkte Sonne gehört nicht aufs Becken. Wächst Grünes überall, kürze die tägliche Lichtdauer.
  • Viele Pflanzen: Schnell wachsende Arten wie Wasserpest, Wasserfreund oder Schwimmpflanzen nehmen Nährstoffe auf, bevor Algen sie nutzen. Gerade beim Einrichten lohnt eine dichte Bepflanzung.
  • Regelmäßig Wasser wechseln: Frisches Wasser verdünnt gelöste Nährstoffe. Bei grünem Wasser helfen mehrere großzügige Wechsel.
  • Sparsam füttern: Was liegen bleibt, zerfällt und düngt die Algen mit.
  • Von Hand entfernen: Scheiben abwischen, Fadenalgen absammeln, stark bewachsene Blätter abzupfen. Das ist mühsam, aber wirksam.
  • Filter schonend reinigen: Nie alle Filtermaterialien auf einmal austauschen oder auswaschen, sonst fehlen die nützlichen Bakterien, und das Gleichgewicht gerät erneut ins Wanken.

Von Mitteln gegen Algen aus dem Handel ist abzuraten. Sie greifen auch die Pflanzen an, oft erst Wochen später, und nehmen den Algen damit die eigentlichen Konkurrenten.

Algenfresser sind keine Putzkolonne

Manche Fische weiden Algen ab, doch sie beheben keine Ursache. Meist fressen sie nur junge, weiche Beläge; gegen eine bestehende Algenplage richten sie wenig aus. Schnecken werden oft als Helfer empfohlen, vermehren sich bei reichlichem Futter aber selbst stark und tragen mit ihren Ausscheidungen zur Düngung bei.

Setz einen Fisch deshalb nur ein, wenn er ohnehin in dein Becken passt – Größe, Gruppe und Wasserwerte eingeschlossen. Zwei Beispiele aus dem Zierfischatlas:

  • Die Siamesische Rüsselbarbe gehört zu den wenigen Arten, die Pinselalgen tatsächlich fressen – allerdings vor allem als Jungtier. Später bevorzugt sie anderes Futter. Sie wird rund 14 Zentimeter groß, lebt in Gruppen ab fünf Tieren, braucht ein Becken ab 200 Litern und kann um die zehn Jahre alt werden.
  • Der Ohrgitter-Harnischwels lebt von Aufwuchs und gehört nur in ein eingefahrenes Becken, in dem schon Algen wachsen. Die meisten Tiere im Handel sind Wildfänge, die oft ausgehungert ankommen. Ohne Algenbewuchs finden sie nicht genug zu fressen.

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