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Fische richtig füttern

Futter ist mehr als eine Prise Flocken am Morgen. Welche Futterarten es gibt, wie viel deine Fische wirklich brauchen und warum zu viel Futter zuerst dem Wasser schadet.

Die wichtigsten Futterarten

  • Flocken und Granulat: Trockenfutter ist in den meisten Becken die Grundlage. Es gibt es in vielen Zusammensetzungen, abgestimmt auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Arten.
  • Futtertabletten: Sie gehen schnell unter und erreichen so die Fische am Grund, etwa Welse. Es gibt sie mit rein pflanzlichen Zutaten und in Varianten mit tierischem Anteil.
  • Frostfutter: Eingefrorene Futtertiere wie Mückenlarven, Wasserflöhe oder Salinenkrebse halten sich lange und sind das ganze Jahr zu haben. Taue die Portion vollständig auf, bevor sie ins Becken kommt, und achte beim Einkauf darauf, dass die Kühlkette nicht unterbrochen war.
  • Lebendfutter: Lebende Futtertiere sind für viele Arten eine wertvolle Abwechslung und können bei manchen die Laichbereitschaft fördern. Aus Tümpeln selbst gefangenes Futter kann allerdings Krankheitserreger einschleppen. Sicherer sind Tiere aus einer Zucht, und Salinenkrebse kannst du aus gekauften Eiern selbst heranziehen.
  • Pflanzliche Kost: Viele Arten fressen gern Salat- oder Spinatblätter. Zucchini- und Kartoffelscheiben werden vorher kurz überbrüht, Erbsen leicht zerdrückt.

Das Gutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Haltung von Zierfischen empfiehlt ausdrücklich, verschiedene Futtersorten abzuwechseln. Eine einzige Sorte über Jahre deckt selten alles ab.

Wie viel und wie oft

Die wichtigste Regel: Gib nur so viel, wie deine Fische in kurzer Zeit restlos auffressen. Die britische Tierschutzorganisation RSPCA nennt dafür zwei bis fünf Minuten. Sie rät außerdem, die Tagesmenge lieber auf zwei oder drei kleine Mahlzeiten zu verteilen, statt alles auf einmal ins Becken zu geben. Fische gewöhnen sich schnell an feste Zeiten.

Lass dich vom Betteln an der Scheibe nicht täuschen. Laut dem Gutachten des Ministeriums bekommen Aquarienfische erfahrungsgemäß eher zu viel als zu wenig.

Der Fastentag

Du kannst ruhig einmal pro Woche das Futter ganz weglassen. Nach dem Gutachten des Ministeriums kommen Fische in einem gut gepflegten Becken gelegentlich auch einige Tage ohne Futter aus; ein einzelner futterfreier Tag ist für ausgewachsene, gesunde Tiere also unbedenklich. Für das Wasser ist er eine kleine Entlastung, weil an diesem Tag keine Reste hinzukommen.

Was Überfütterung im Becken anrichtet

Was liegen bleibt, zersetzt sich. Dabei entsteht Ammoniak beziehungsweise Ammonium, das Bakterien über Nitrit zu Nitrat abbauen, und die Zersetzung zehrt am Sauerstoff. Im schlimmsten Fall sinkt der Sauerstoffgehalt so weit, dass die Fische oben unter der Wasserfläche hängen und nach Luft japsen. Überschüssiges Futter lässt außerdem Schnecken und kleine Würmer wie Planarien massenhaft wachsen. Bei grobem Kies rutschen Reste zudem in die Lücken und faulen dort unerreichbar. Mehr zu den Messwerten steht im Ratgeber Wasserwerte verstehen.

Bodenfische und Nachtaktive gezielt versorgen

Fische am Grund gehen leer aus, wenn die Schwarmfische oben alles wegschnappen. Gib ihnen Tabletten oder sinkendes Granulat, am besten an einer festen Stelle. Nachtaktive Arten wie viele Welse fütterst du erst kurz vor dem Ausschalten des Lichts.

Welse sind dabei keineswegs alle Algenfresser. Der Antennenwels raspelt zwar mit seinem Saugmaul Aufwuchs ab, braucht aber zusätzlich Futtertabletten, Gemüse und Wurzelholz im Becken. Der Zebra-Harnischwels (L46) rührt Algen gar nicht an: Er ist vor allem nachts unterwegs und braucht eiweißreiche Kost in kleinen Stücken wie Frostfutter oder feines Granulat.

Futter für Spezialisten

  • Kleines Maul, kleines Futter: Der Moskitobärbling wird nur rund zwei Zentimeter lang. Er braucht Staubfutter, sehr kleine Flocken und winzige Futtertiere wie frisch geschlüpfte Artemia.
  • Nur Lebendes und Gefrorenes: Der Scharlachrote Zwergblaubarsch ist ein Mikrojäger und braucht kleines Lebend- und Frostfutter. Rote Mückenlarven und Tubifex solltest du bei ihm weglassen, sie machen Blaubarsche anfällig für Verfettung.
  • Rein pflanzlich: Der Tropheus aus dem Tanganjikasee bekommt ausschließlich pflanzliches Futter, sonst droht der gefürchtete Blähbauch. Auch das Futter seiner Mitbewohner darf er nicht mitfressen.

Solche Besonderheiten stehen auf der jeweiligen Artseite im Zierfischatlas. Schau dort nach, bevor du eine neue Art kaufst.

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