Porträt
Der Indische Wasserfreund ist in Süd- und Südostasien weit verbreitet, von Afghanistan und Pakistan über Indien und Bhutan bis nach China und Indochina. Beschrieben hat ihn William Roxburgh 1820 als Justicia polysperma; der Artname heißt „vielsamig“, weil die Kapseln zahlreiche Samen enthalten. Die Stängel tragen kreuzgegenständige, meist schmal elliptische Blätter, deren Farbe vom Boden abhängt: Auf magerem Grund sind sie hellgrün, auf nährstoffreichem Boden treiben sie rötlich-braun aus. In die Aquaristik kam die Art um 1945, damals unter dem irreführenden Namen „Oriental Ludwigia“.
Kaum eine Pflanze ist genügsamer. Im Hintergrund wächst sie bei schwachem wie starkem Licht, in weichem wie hartem Wasser und ohne CO₂, bei wenig Licht allerdings langsamer und kleinblättriger. Nahe der Oberfläche färben sich die Blätter oft rötlich. Weil sie Nährstoffe rasch aufnimmt, macht sie Algen Konkurrenz und eignet sich gut für die Erstbepflanzung. Ihr Tempo hat aber eine Kehrseite: Ohne regelmäßigen Rückschnitt alle paar Wochen überwuchert sie Nachbarpflanzen. Gekaufte Pflanzen stammen meist aus der Landkultur; kleine, feste Pusteln auf diesen Blättern sind harmlos und fehlen an den neuen Unterwasserblättern.
Vermehren lässt sie sich kinderleicht über Kopf- und Seitentriebe. Sogar einzelne treibende Blätter bilden Wurzeln und eine neue Pflanze. Genau das macht sie außerhalb des Aquariums zum Problem: In Florida und Texas hat sie sich in Gewässern breitgemacht, und in den USA steht sie auf der Bundesliste schädlicher Unkräuter. Verwildert ist sie inzwischen auch in Deutschland. Schnittreste gehören deshalb in den Restmüll und nie in Teich, Bach oder Kanalisation.
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Steckbrief
- Wuchshöhe
- 25–40 cm
- Platz im Becken
- Hintergrund
- Licht
- gering
- CO₂-Zugabe
- nicht nötig
- Wachstum
- schnell
- Temperatur
- 22–28 °C
- pH-Wert
- 5–8
- Anspruch
- Einsteiger
- Wuchsform
- Stängelpflanze
- Vermehrung
- Stecklinge, Jungpflanzen an treibenden Blättern
- Familie
- Akanthusgewächse (Acanthaceae)
Herkunft
Afghanistan und Pakistan über Indien, Nepal und Sri Lanka bis Südchina, Taiwan, Indochina und die Malaiische Halbinsel
Die Markierung zeigt den Kontinent, nicht das genaue Verbreitungsgebiet. Kartenumrisse: Natural Earth (gemeinfrei).
Bemerkung
Wächst unter fast allen Bedingungen und sehr schnell – Schnittreste gehören in den Restmüll, denn die Art ist unter anderem in Deutschland und den USA schon verwildert.
Fische aus derselben Region
Wer ein Becken nach dem Vorbild der Natur einrichten möchte, findet hier Fische, die ebenfalls aus Asien stammen. Ob die Wasserwerte zusammenpassen, zeigt der Steckbrief der jeweiligen Art.
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Quelle: zierfischatlas.de/pflanzen/indischer-wasserfreund · Stand: 19. September 2026