Porträt
Die Wasserwolfsmilch treibt in ruhigen Gewässern des tropischen Südamerika, vor allem im Amazonasbecken, und kommt von Kolumbien und Venezuela über Ecuador, Peru, Bolivien und Brasilien bis nach Paraguay und in den Norden Argentiniens vor. Entdeckt hat sie der englische Botaniker Richard Spruce am Amazonas. Er konnte kaum glauben, dass er eine Blütenpflanze vor sich hatte, so sehr ähnelte sie einem Schwimmfarn der Gattung Salvinia. An jedem Knoten des dünnen Stängels sitzt aber nur ein Blatt statt zwei. Die rundlichen Blätter mit herzförmigem Grund sind wasserabweisend; beiderseits der Mittelrippe halten sie Luft fest, die ihnen Auftrieb gibt. Unter ihnen hängen Büschel roter Wurzeln.
Im Aquarium passt sie in offene Becken und Paludarien. Abdeckscheiben verträgt sie schlecht, weil herabtropfendes Kondenswasser die Blätter schädigt. Sie braucht reichlich Nährstoffe, und zwar sowohl Makro- als auch Mikronährstoffe, aber kein zusätzliches CO₂. Ihre Färbung schwankt je nach Beleuchtung zwischen Grün und tiefem Braunrot. Auch die Wasserhärte spielt mit hinein: Unter sehr starkem Licht kommt sie mit hartem Wasser zurecht, bei schwächerem ist weicheres günstiger. Frisch gekaufte Pflanzen sind empfindlich und überstehen den Transport oft schlecht, doch schon aus kleinen Resten wächst rasch wieder ein Bestand heran.
Die Vermehrung erledigt die Pflanze selbst: Sie verzweigt sich, und weil die Stängel brüchig sind, zerfällt der schwimmende Bestand ständig in neue Einzelpflanzen. Geht es ihr gut, zeigen sich winzige, weiße Blüten zwischen Blatt und Stängel. Früher wurde die Art zu den Wolfsmilchgewächsen gezählt, daher ihr deutscher Name; heute gehört sie zu den Phyllanthaceae. In ihrer Gattung mit Hunderten Kräutern, Sträuchern und Lianen ist sie eine der ganz wenigen Wasserpflanzen. In Florida ist sie bereits verwildert, Reste gehören daher nie in Gewässer.
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Steckbrief
- Wuchshöhe
- 1–5 cm
- Platz im Becken
- Schwimmend
- Licht
- gering
- CO₂-Zugabe
- nicht nötig
- Wachstum
- schnell
- Temperatur
- 24–28 °C
- pH-Wert
- 5–8
- Anspruch
- Erfahren
- Wuchsform
- Schwimmpflanze
- Vermehrung
- Teilung, zerfällt von selbst
- Familie
- Phyllanthusgewächse (Phyllanthaceae)
Herkunft
Südmexiko; Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Peru, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Nordost-Argentinien
Die Markierung zeigt den Kontinent, nicht das genaue Verbreitungsgebiet. Kartenumrisse: Natural Earth (gemeinfrei).
Bemerkung
Je kräftiger das Licht, desto stärker färben sich Blätter und Wurzeln rötlich-braun.
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Quelle: zierfischatlas.de/pflanzen/wasserwolfsmilch · Stand: 19. September 2026