Warum der Malawisee anders ist
Der Malawisee ist mit 29.600 Quadratkilometern der fischartenreichste See der Erde: Fast 450 Arten leben dort, die meisten davon Buntbarsche, die es nirgendwo sonst gibt. Sein Wasser ist hart und deutlich basisch – das Gegenteil des weichen, sauren Amazonaswassers, auf das die meisten Einsteigerfische eingestellt sind.
Beides zusammen in ein Becken zu setzen, geht schief. Ein Malawi-Aquarium ist deshalb immer ein Artenbecken für diese eine Herkunft, kein Gesellschaftsbecken mit Salmlern und Panzerwelsen.
Die Wasserwerte
Seriously Fish nennt für die gängigen Arten übereinstimmend:
- Temperatur: 24 bis 28 °C
- pH-Wert: 7,5 bis 8,6 – also deutlich im basischen Bereich
- Gesamthärte: 10 bis 25 °dGH
Das ist die gute Nachricht für viele Haushalte: Wer hartes Leitungswasser hat und bisher dachte, damit sei nichts anzufangen, ist hier genau richtig. Wie du deine Werte misst, steht im Ratgeber Wassertests.
Mbuna oder Non-Mbuna?
Die Malawi-Buntbarsche teilen sich in zwei Gruppen, die man nicht mischen sollte:
Mbuna leben an der Felsküste, weiden Aufwuchs von Steinen und sind untereinander ruppig. Dazu gehören der Gelbe Labidochromis, der Zebrabuntbarsch und der Trewavas-Felsbarsch. Sie brauchen viel Fels und jede Menge Sichtbarrieren.
Non-Mbuna – Kaiserbuntbarsche und Utakas – schwimmen über Sand und im freien Wasser. Sie sind ruhiger, werden größer und kommen mit den ständigen Rempeleien der Mbuna schlecht zurecht. Typische Vertreter sind der Kaiserbuntbarsch und der Borleyi-Utaka.
Wie groß muss das Becken sein?
Ehrlich gesagt: größer, als die meisten denken. In unseren Steckbriefen steht für Mbuna ein Mindestbecken von 300 bis 400 Litern, für Kaiserbuntbarsche und Utakas 400 bis 450 Liter. Seriously Fish gibt für den Gelben Labidochromis eine Grundfläche von 90 × 45 Zentimetern an, für den Zebrabuntbarsch 120 × 38 Zentimeter.
Der Grund ist nicht die Größe der Fische, sondern ihr Verhalten: Männchen verteidigen Reviere, und die Weibchen müssen ausweichen können.
Harem statt Paar
Malawi-Buntbarsche hält man nicht paarweise, sondern als Harem: ein Männchen auf drei bis vier Weibchen. Bei besonders streitlustigen Arten wie dem Demasoni-Buntbarsch braucht es sogar eine Gruppe ab zwölf Tieren, damit sich die Aggression verteilt.
Zwei Regeln haben sich bewährt:
- Keine zwei ähnlich gefärbten Arten. Männchen bekämpfen alles, was nach Rivale aussieht – und kreuzen sich mit allem, was nach Weibchen der eigenen Art aussieht.
- Lieber wenige Arten in vollen Gruppen als viele Arten mit je zwei Tieren.
Zwei geprüfte Beispiele
- Malawisee: Mbuna an der Felsküste für 400 Liter – drei Arten, die sich in Farbe und Muster deutlich unterscheiden
- Malawisee: Kaiserbuntbarsch und Utakas für 450 Liter – die ruhigere Variante über Sand
Ob deine eigene Auswahl zusammenpasst, prüft der Besatz-Check.
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